
Der Umgang mit
Sexualität und Erotik ist in den vergangenen zwei bis drei
Jahrzehnten in der westlichen Welt zwar wesentlich offener
und freier geworden - hinsichtlich des Geschlechtsverkehrs
hat sich allerdings nicht viel verändert. Es ist in vielen
Fällen ein hastiger zielorientierter Akt mit dem Bestreben,
es rasch hinter sich zu bringen und schnell zum Orgasmus zu
kommen (vor allem beim Mann). Nach nur wenigen Minuten ist
die spannendste Begegnung zwischen zwei Menschen schon
wieder vorbei.
Ähnlich wie
die Slow Food-Bewegung hat sich in letzter Zeit eine Slow
Sex-Bewegung etabliert. Eine ihrer führenden Vertreterin ist
Nicole Daedone, die seit vielen Jahren Männer und Frauen mit
der von ihr entwickelten Orgasmischen Meditation (OMing)
lehrt, mittels Entschleunigung und Einfühlungsvermögen eine
tiefere Spiritualität und physische Verbindung zu erfahren.
Das Ziel
von OMing ist es, das sexuelle Beisammensein zu
entschleunigen, sich beim Liebesspiel zu entspannen und
jeden Moment ganz bewusst zu erleben. Der Fokus liegt auf
dem “Orgasmisch sein” statt auf dem Orgasmus. Die
Orgasmische Meditation führt vom Denken zum Fühlen, von
einer Ziel- zu einer Erfahrungsorientiertheit, von
“schneller und härter” zu “langsamer und verbundener”.

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